Team softgarage Jochi Kleint Ascona 400 Rothmans

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Opel Ascona 400 Rothmans

Unser Weg führt uns diesmal quer durch die Lande in Richtung Hamburg. Dort sollten wir nicht nur auf ein einzigartiges Projektfahrzeug sondern auch auf eine Legende des deutschen Motorsports treffen.

27-jährige Rallyekarriere

Klaus-Joachim „Jochi“ Kleint, der Rallye-Profi aus Halstenbek zählt zu den erfolgreichsten Rallyepiloten Deutschlands. In seiner 27-jährigen Rallyekarriere (1966 – 1993) fuhr er für viele Werksteams, unter anderem für Datsun, Opel und VW.

Die besten Beifahrer begleiteten ihn auf diesem Wege: Jochen Berger, Gunter Wanger, Andy Hänsch, Manfred Hiemer, Willi-Peter Pitz, Werner Hohenadel oder Klaus Hartjen.

Sein Vater war Saab-Händler in der Hansestadt und schickte ihn nach seiner Lehre als KFZ-Mechaniker ins Stammwerk nach Schweden, um seine kaufmännischen Kenntnisse aufzubessern. Bei Saab, einer Automobilfirma mit großer Rallyetradition, lernte er den damaligen Werksfahrer Erik Carlsson kennen, der ihn spontan zu einer Spritztour in die schwedischen Wälder mitnahm. Eine Erfahrung die Spuren hinterließ. Ab diesem Tag war der Anlass der Nordlandreise Nebensache. Zurück in Hamburg, wurde ein Saab 96 und später ein Ford Capri RS  aufgebaut. Sein Bruder Ernie Kleint verpflichtete zusätzlich noch Walter Röhrl, und das Prestigeduell begann. Wechselweise pilotierten beide erfolgreich den Kleint Capri RS.

sein größter Erfolg - auf einem Ascona 400

Röhrl ging später zu Opel und Jochi bekam von Datsun einen Werksvertrag für die Südafrikanische Rallyemeisterschaft angeboten. Erfolgreich zurück, fuhr er 1977 für VW in der Deutschen Rallyemeisterschaft und wechselte danach zu Opel. 1979 wurde die Rallye-Europameisterschaft auf einem Opel Ascona mit Erfolg gewonnen. In der Weltmeisterschaft feierte er 1981 auf einem Ascona 400 seinen größten Erfolg, mit einem 3. Platz bei der Rallye Monte Carlo und einer starken Vorstellung bei der Safari-Rallye, die er als 5. beendete.

Röhrl - Kleint bei der Rallye Monte Carlo

1982 wurden Kleint und Röhrl bei Opel wieder Teamkollegen. Doppel-Führung durch Röhrl – Kleint bei der Rallye Monte Carlo, durch einen Reifenschaden und einem Ausrutscher (Zuschauer schaufelten Schnee auf die Strecke) auf der Col de Turini Prüfung, fiel er jedoch auf den 7. Platz zurück.

1985 kehrte er zu VW Motorsport zurück und bestritt einige Läufe in der WM sowie das Pikes Peak Rennen in den USA (Colorado). Die Bilanz: Ein 3. Platz ´85 in den Rocky Mountains und die Führung nach der ersten Zwischenzeit ´87, bis ein defektes Gelenk ihn zur Aufgabe zwang. Im Volkswagen Auto-Museum in Wolfsburg steht das Fahrzeug noch heute und erfreut seine Besucher.

In der Deutschen Rallyemeisterschaft ´87 zeigte Kleint nochmal sein ganzes Können. Gegen die Allradarmada setzte er sich bei der Sachs-Winter-Rallye bei miserablen Streckenverhältnissen im frontangetriebenen VW Golf GTI durch und siegte. Ebenso gewann er die Deutschland Rallye sowie die Sachs Rallye Baltic im Jahr ´87. Danach folgten noch sporadische Einsätze im Lancia, Mitsubishi und Nissan.

Beruflich schuf Kleint sich schon 1983 ein zweites Standbein und ist Instruktor bei >Audi Driving Experience<. Er ist Mitglied der Instruktoren-Elite und reist als Audi-Repräsentant für sicheres Fahren um die ganze Welt.

attraktives Sportgerät

Erstmalig vorgestellt in Frankfurt auf der IAA 1979 wurde der Ascona 400 lediglich in begrenzter Stückzahl aufgelegt, um die Homologation der Kategorie Rallye Gruppe 4 zu erhalten. Der Ascona 400 wurde in Antwerpen bei General Motors gebaut, als parallele Entwicklung zum Manta B 400 basierend auf denselben Modifikationen.

Die Tuner Irmscher und Cosworth standen als externe Partner für das Projekt zur Verfügung, so steuerte Cosworth den 16V- Querstrom-Zylinderkopf bei und Irmscher stylte das Ex- und Interieur.  Resultat: eine 2,4Liter-Maschine, die in Kombination mit den Cosworth-Komponenten auf stattliche 144PS für die Straßenversion kam, wobei die Bosch Einspritzanlage des Manta GSI bzw. des GT/E montiert wurde. Im Renneinsatz optimierte man das ganze Setting auf 230Ps und später auf bis zu 340PS.  Optisch auffällig, die ausgestellten Radhausverbreiterungen, Seitenschweller, der Heck- sowie Frontspoiler und die Leichtbaumotorhaube von Irmscher.

das Projektfahrzeug

Als der Autoliebhaber und Sammler Hermann Kneer aus Buch-Obenhausen bei Neu Ulm knapp 17 war und am Kiosk eine Zeitschrift mit der Titelseite „Opel Ascona 400“ sah, dachte er sich: der muss her. Die Erfolge des  Ascona 400 mit Jochi Kleint sowie Walter Röhrl und Christian Geistdörfer im Rallyesport, hatten Ihn wahnsinnig begeistert und als auch noch 1982 die Weltmeisterschaft gewonnen wurde, stand für Ihn fest, so einen Werks – Ascona 400 werde ich versuchen zu bekommen, soviel es auch kosten sollte.

Am 01. April 1983 war es endlich soweit, nach langer Suche stand der erste Serien-400er auf dem Hof. Über Jahre kaufte Kneer alles auf, was an „originalen Teilen aus der Opel Werks Zeit noch zu finden war.  Nach einer Karosserie suchte er aber vergebens. So entschloss er sich eine Serienkarosse nach dem originalen Werkhandbuch aus der Opel Motorsportabteilung nachbauen zulassen.

Mit der Fa. Tost Motorsport in Melle fand er einen Partner, der die Karosserie bis ins letzte Detail identisch nachfertigte.  Die restlichen Werksteile waren inzwischen vorhanden und der 400er wurde in liebevoller Heimarbeit komplettiert.

Teamgeist zählt

Durch die Freundschaft zum MSC Trittau und Klaus Frieg gab es nun ein Wiedersehen zwischen Jochi Kleint, Gunter Wanger und dem Ascona 400 im Rothmans-Look von der Rallye Monte Carlo 1982.

Mit dem Verein MSC Trittau, verbindet Jochi Kleint eine langjährige Freundschaft. Seit Gründung des Clubs im Jahre 1959 pflegen die Mitglieder ein abwechslungsreiches, gesellschaftliches Clubleben. So gilt auch unser Dank insbesondere Klaus Frieg vom MSC, den wir als absoluten Motorsport-Enthusiasten kennenlernen durften. Er leistet zusammen mit dem ganzen Club Hervorragendes bei der Organisation und Durchführung von Automobilrallyes, Oldtimer-Ausfahrten und Oldtimer-Treffen sowie Kart-Slalom-Rennen.

Wir wünschen weiterhin maximale Erfolge, und wissen, der Teamgeist zählt!

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